Trauma, Tradition und Gemeinschaft
Mit seiner besonderen geografischen Lage am Rande der Schweiz, unmittelbar zur deutschen Grenze gelegen, war «La Charmille» eine der wenigen jüdischen Einrichtungen dieser Art in der Schweiz und im weiteren europäischen Umfeld. Das Heim nahm Menschen aus vielen Ländern und unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat suchten. Viele der ersten Bewohnerinnen und Bewohner waren Überlebende des Holocausts. «La Charmille» bot ihnen Sicherheit und die Möglichkeit, jüdische Traditionen und Riten zu leben.
Ein Heim mit internationaler Ausstrahlung
Im Laufe der Jahre wurde «La Charmille» zu einem Begegnungsraum, dessen Ruf über die Landesgrenzen hinausstrahlte. Einige Bewohnerinnen und Bewohner waren bekannte Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft. So verbrachten die Schauspielerin Betty Isolani-Perl, deren Tochter und Schriftstellerin Gertrud Isolani, die Historikerin Selma Stern und der Schriftsteller Hermann Kesten ihren Lebensabend in der «La Charmille».
Die Ausstellung und die Publikation beleuchten einen einzigartigen Mikrokosmos im Weltgeschehen und erzählen vom Alltag in einem Altersheim und der Resilienz der Menschen in «La Charmille».
Ausstellung
«Schabbes, Schnitzel, Mehrbettzimmer. Leben im jüdischen Altersheim «La Charmille» in Riehen (1947-2002)»
MUKS, Museum, Kultur und Spiel Riehen, Baselstrasse 34, Riehen
Vermittlungsprogramm und Schulangebote unter https://www.muks.ch
Publikation
Die gleichnamige Publikation (gebundene Ausgabe, 256 Seiten, CHF 35.-) erscheint im Mai 2025 im Friedrich Reinhardt Verlag.
Bestellung unter www.reinhardt.ch oder im Shop des MUKS erhältlich.