Mit der zwei Stockwerke umfassenden Installation „Green Fence“ (dt. „Grüner Zaun“) geht Georg Lutz der Frage nach der Darstellbarkeit des Massenmords an überwiegend jüdischen Menschen nach. Ausgangspunkt seiner Untersuchung sind das ehemalige NS-Vernichtungslager Sobibor und eine Täterfotografie aus dem 2019 gefundenen Niemann-Album.
Im Hintergrund dieser Fotografie entdeckte der Künstler vermutlich erstmals den mit Tannenzweigen getarnten Gang zu den Vernichtungsstätten. Mit den bekannten Baumaterialien dieses historischen Zauns – Tannenzweige, Holzpfähle, Stacheldraht und Sand – sensibilisiert Georg Lutz für die absolute Beherrschung von Mensch und Natur. Im Kontrast zu seiner ursprünglichen Funktion der Tarnung macht die Installation die Wirkungsweisen der NS-Verbrechen sichtbar. Dies steigert sich mit der Zeit durch den ephemeren, begehbaren Charakter der Arbeit: Im bewussten Zerfall der Zweige löst sich der Sichtschutz langsam auf, sodass über die Ausstellungsdauer hinweg der eigentliche Charakter des Stacheldrahtzauns offengelegt wird.
Dieser Darstellbarkeitsdiskurs wird im unteren Stockwerk durch eine Videoarbeit vertieft, die das heutige Gelände des ehemaligen Lagers unte
Im Hintergrund dieser Fotografie entdeckte der Künstler vermutlich erstmals den mit Tannenzweigen getarnten Gang zu den Vernichtungsstätten. Mit den bekannten Baumaterialien dieses historischen Zauns – Tannenzweige, Holzpfähle, Stacheldraht und Sand – sensibilisiert Georg Lutz für die absolute Beherrschung von Mensch und Natur. Im Kontrast zu seiner ursprünglichen Funktion der Tarnung macht die Installation die Wirkungsweisen der NS-Verbrechen sichtbar. Dies steigert sich mit der Zeit durch den ephemeren, begehbaren Charakter der Arbeit: Im bewussten Zerfall der Zweige löst sich der Sichtschutz langsam auf, sodass über die Ausstellungsdauer hinweg der eigentliche Charakter des Stacheldrahtzauns offengelegt wird.
Dieser Darstellbarkeitsdiskurs wird im unteren Stockwerk durch eine Videoarbeit vertieft, die das heutige Gelände des ehemaligen Lagers unte
“Green Fence” is an installation that spans over two floors. The artist, Georg Lutz, explores the question of how the mass murder of predominantly Jewish people can be represented. The starting point for his investigation is the former extermination camp at Sobibor and a photograph taken by a perpetrator from the Niemann album discovered in 2019.
It was in the background of this photograph that the artist first discovered the path to the extermination sites, camouflaged with fir branches. Using the familiar building materials of this historic fence –pine branches, wooden posts, barbed wire and sand – Georg Lutz focuses attention on the absolute domination of both humanity and nature. In contrast to its original function of camouflage, the installation makes the mechanisms of Nazi crimes visible. This effect intensifies over time due to the ephemeral, walk-through nature of the work: as the branches deliberately decay, the screen slowly dissolves, so that over the duration of the exhibition the true nature of the barbed-wire fence is revealed. The discourse on representability is further explored on the lower floor through a video work that explores the site of the former camp
It was in the background of this photograph that the artist first discovered the path to the extermination sites, camouflaged with fir branches. Using the familiar building materials of this historic fence –pine branches, wooden posts, barbed wire and sand – Georg Lutz focuses attention on the absolute domination of both humanity and nature. In contrast to its original function of camouflage, the installation makes the mechanisms of Nazi crimes visible. This effect intensifies over time due to the ephemeral, walk-through nature of the work: as the branches deliberately decay, the screen slowly dissolves, so that over the duration of the exhibition the true nature of the barbed-wire fence is revealed. The discourse on representability is further explored on the lower floor through a video work that explores the site of the former camp
