Ausstellungszyklus: Zuhause - Unterwegs

Das trinationale Netzwerk Museen präsentiert 2026/2027 den Ausstellungszyklus Zuhause - Unterwegs. 30 Museen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zeigen Ausstellungen, die sich auf verschiedene Weisen mit dem Thema beschäftigen und so eine grenzüberschreitende Reflexion hierzu anstossen.

Die Ausstellungsreihe wird vom Dreiländermuseum in Lörrach koordiniert. Auf dieser Seite finden Sie alle zwei Wochen neue Interviews mit Kurator*innen der Ausstellungen.

Valerie Schönenberg, Leiterin des Museums im Ritterhaus (Offenburg), zur Ausstellung Glaube

Worum geht es in der Ausstellung?

Im Zentrum der Sonderausstellung „Glaube – zuhause & unterwegs“ stehen Objekte aus der Sammlung religiöser Volkskunst des 18.-20. Jahrhunderts des Kölner Sammlers Ansgar Fütterer und aus den Beständen des Museums. Es sind Objekte, die manchmal vertraut wirken, bisweilen aber sehr fremd geworden sind, da sie aufgrund des Wandels der globalisierten Gesellschaft heute keine Rolle mehr in unserem Alltag spielen. Das bedeutet aber nicht, dass in unserem Alltag der Glaube keine Rolle mehr spielt. Er wandelt sich und damit auch die materiellen Zeichen – genau um diese „Glaubensdinge“ geht es in der Ausstellung.

Welchen Blick wirft die Ausstellung auf das Thema «Zuhause – unterwegs»?

Die historischen Objekte die wir ausstellen, überliefern religiöses, vornehmlich christliches, Handeln. Dieses können Alltags-Praktiken im Zuhause sein, wie es beispielsweise der Herrgottswinkel sehr plakativ repräsentiert. Manche entstammen aber auch dem Unterwegs-Seins, etwa auf Pilgerreisen, Besuchen an Wallfahrtsorten oder dem Bedürfnis nach Schutzamuletten. Manche Objekte wurden unterwegs erworben für das Zuhause.

Gibt es ein Werk oder einen Aspekt der Ausstellung, der für Sie das Thema «Zuhause – unterwegs» besonders eindrücklich vermittelt?

Eine Leihgabe des Badischen Landesmuseums spiegelt beide Aspekte in ganz hervorragender Weise: Ein Album, welches Mitbringsel einer Pilgerfahrt nach Rom enthält. Max Grabs hat 1925 seine Reise akribisch dokumentiert und allerhand Kleinigkeiten eingeklebt, von der Fahrkarte, über Essengutscheine, Fotos, Zeitungsausschnitte, Fahnen, getrocknete Pflanzen – einfach alles was ihn in seinem Zuhause an die Erlebnisse unterwegs erinnert. Das Album umfasst 200 Seiten, wurde digitalisiert und kann an einer Medienstation durchgeblättert werden.

Dr. Barbara Brutscher, Leiterin des Museums Weiler Textilgeschichte (Weil am Rhein), zur Ausstellung Koffer, Kleider, Kuriositäten

Worum geht es in der Ausstellung?

Präsentiert werden künstlerische Schülerarbeiten, die sich mit den Themen Unterwegssein, Zuhause und Zukunft auseinandersetzen. In individuell gestalteten Koffern offenbaren sich Miniaturwelten. Daneben werden phantasievolle Modeentwürfe zu sehen sein, die das Thema Zugehörigkeit, Abgrenzung und Selbstinszenierung aufgreifen. Ergänzt werden die Arbeiten durch Fotoinszenierungen, die in Weil am Rhein entstanden.

Welchen Blick wirft die Ausstellung auf das Thema «Zuhause – unterwegs»?

Die Miniaturkoffer und Kleidungsstücke machen Aspekte wie Bewegung, Veränderung und Übergänge sichtbar. Thematisiert werden dabei Situationen zwischen Verortung und Mobilität, zwischen Zuhause und Unterwegssein. Die einzelnen Arbeiten spiegeln kulturelle Einflüsse, persönliche Erfahrungen und die Suche nach einem eigenen Platz in der Welt wider.

Gibt es ein Werk oder einen Aspekt der Ausstellung, der für Sie das Thema «Zuhause – unterwegs» besonders eindrücklich vermittelt?

Alle Schülerarbeiten sind beeindruckend, wenngleich auch recht unterschiedlich. Besonders stolz sind wir, dass eine erneute Kooperation mit dem Kant-Gymnasiums geglückt ist und jungen Menschen die Chance auf kulturelle Teilhabe eröffnet wird. Dadurch, dass ihre Arbeiten in öffentlichen Räumen professionell gezeigt werden, erlangen sie Sichtbarkeit und Wertschätzung. Das Museum ist damit mehr als nur ein Ausstellungsort, sondern wird zum lebendigen Ort des Dialogs, der kulturellen und politischen Bildung, der künstlerischen Innovation.

Zur Übersicht der Ausstellungen

 

Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums, zur Ausstellungsreihe: