"Wer ist nicht fasziniert von der Geometrie und dem Klang der Häfen?
Ein permanentes Gerüst aus Containern, die in Gebäudehöhe zwischen den Zangen der Portalkräne baumeln. Im Quietschen der Rollen, dem Zischen der Gurte und dem Zischen der Schlingen. Der Körper auf dem Prüfstand des Metalls. Es ist mechanisch, quaderförmig, gespannt, präzise wie ein Containergedicht. Das Gedicht gräbt seinen Schaukeleffekt auf dem Kai aus. Die Seite. Das Portalgedicht von Jacques Moulin wird geschrieben und tritt in ein Echo mit dem von Olivier Toulemonde produzierten Klangmaterial: ein scheinbar unbewegliches Gerät - lange, hängende Federn geraten in Schwingung, aber auf eine für das bloße Auge nicht wahrnehmbare Weise. Eine Frequenz kommt und windet sich um das Vakuum. Andere reiben sich aneinander, um dann aufeinander zu prallen, und bewegen in einem Kippspiel gewaltige Klangmassen.
Die Manipulation des Hafens nimmt im Gesang des Metalls Gestalt an.
Das Publikum am Kai, wie in direkter Präsenz gegenüber den Portalen, hört, lauscht, wartet, hält Ausschau nach dem Klang und stimmt in den Gesang ein."
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[1] Portique ist auch ein Werk von Jacques Moulin mit Bildern von Ann Loubert, das 2014 im Verlag L'Atelier contemporain erschienen ist.
