Ausstellungszyklus: Zuhause/Unterwegs
Das trinationale Netzwerk Museen präsentiert 2026/2027 den Ausstellungszyklus Zuhause-unterwegs. 30 Museen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zeigen Ausstellungen, die sich auf verschiedene Weisen mit dem Thema beschäftigen und so eine grenzüberschreitende Reflexion hierzu anstossen.
Die Ausstellungsreihe wird vom Dreiländermuseum in Lörrach koordiniert.
Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums, zur Ausstellungsreihe:
Wie ist die Wahl der diesjährigen Ausstellungsreihe auf das Thema Zuhause/unterwegs gefallen?
Gemeinsam legen die teilnehmenden Museen alle vier Jahre das Oberthema für die Ausstellungsreihe fest. Seit der Gründung des Netzwerks Museen 2014 wurden immer sehr konkrete Themen, oft zu Jahrestagen, ausgewählt: der Erste Weltkrieg oder der Rhein. Diesmal haben wir gemeinsam überlegt, welches allgemeinere Thema für alle drei Länder relevant sein könnte. Und so sind wir auf den Titel „Zuhause-Unterwegs“ gekommen. Seit es Menschen gibt, lassen sie sich nieder und ziehen fort. Auch in unserer Region am Oberrhein. Es handelt sich also um ein sehr aktuelles und zugleich um ein uraltes Menschheitsthema. Jeder Mensch kann definieren, was für ihn „zu Hause“ bedeutet – und in der globalisierten Welt haben wir alle viele Erfahrungen mit dem Unterwegssein.
wie wird das Thema von den verschiedenen Museen interpretiert?
Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellungsreihe, die sich über anderthalb Jahre erstreckt, erwarten ganz unterschiedliche Blicke auf das Thema: in Offenburg geht es um den Glauben, im Antikenmuseum Basel heisst es „Seit Jahrtausenden unterwegs“. Das Hafenmuseum Basel thematisiert die Familien auf dem Schiff, in Andlau wird das Elsass als Einwanderungsland vorgestellt. Auch Aspekte der Mobilität und des Reisens werden beleuchtet z.B. in einer Ausstellung von Volontär*innen im Badischen Landesmuseums mit dem schönen Titel ,,Hin und weg.‘‘, oder in einer Ausstellung zur Alderbahn im Bürgerhaus Pratteln. Auch Biografien werden in den Kontext von Zuhause – unterwegs gesetzt wie bspw. im Musée Bartholdi in Colmar. Nicht zuletzt wird auch mit künstlerischen Ansätzen auf das Thema eingegangen – etwas im Markgräfler Museum Müllheim.
Welche Bedeutung hat das Netzwerk für die Zusammenarbeit zwischen den Museen in der Grenzregion?
Das Netzwerk Museen ist ein offener Zusammenschluss von Museen am Oberrhein. Alle vier Jahre organisieren wir eine gemeinsame Ausstellungsreihe zu einem Oberthema. Es finden sich immer rund 30 Museen zusammen, die jeweils Teilaspekte präsentieren. Anfangs gab es EU-Förderung, mittlerweile finanzieren wir uns selbst. Die Koordination liegt beim Dreiländermuseum, wo wir uns halbjährlich zu Arbeitssitzungen treffen. Ein ganz wichtiger Partner ist der Museums-PASS-Musées – in allen Phasen, am Schluss auch in der Bewerbung. Ein solches grenzüberschreitendes Netzwerk, das Einblicke zu wichtigen Fragen mit drei oft ganz unterschiedlichen nationalen Perspektiven ermöglicht, ist einzigartig in Europa. Dass Besucherinnen und Besucher das in einer Vielfalt von Ausstellungen wahrnehmen können, und dass es immer einen gemeinsamen zweisprachigen Katalog dazu gibt – darin liegt der besondere Wert unseres Netzwerks.
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