Bevor die Menschen begannen, sich via Kleinbildschirm in der Endlosigkeit der virtuellen Welt zu verlieren, haben sie ihren Entdecker:innen-Durst mit physischen Bildern, Büchern oder Installationen gestillt. Diese Forschungsräume waren vielleicht begrenzter, das Suchen nach Geschichten und Details dafür umso bewusster. Die Ausstellung, die das Kunstmuseum Thun in der Saison 2026 im Glasanbau des Thun-Panorama zeigt, erinnert an die entschleunigende Kraft des stillen Beobachtens und des Entdeckens und Hinterfragens unerwarteter Perspektiven.
Als Ergänzung, oder auch als Kontrast dazu, zeigt die multidisziplinär arbeitende Künstlerin ihre Schwarz-Weiss-Fotoserie Körner Gaumen mundet (2005-2007). Dass die Bilder an heissen Sommertagen bei stahlblauem Himmel aufgenommen worden sind, lässt sich nur erahnen. Die Fotografien lassen sich wegen ihrer atmosphärischen Unschärfe und ihrer punktuellen Unter- und Überbelichtung mit nebulösen Erinnerungen an Vergangenes, Verdrängtes oder Vergessenes assoziieren. In ihren Texten und Gedichten, die an den raumhohen Glasfenstern zu lesen sein werden, nimmt Susanne Keller ausserdem künstlerische Leitmotive wie das menschliche Sehen und Wahrnehmen, den künstlerischen Arbeitsprozess oder die Kulissenhaftigkeit auf.
CHF 9.00 / 8.00
Kinder / Jugendliche bis 16 Jahre, Schulklassen und Lehrpersonen: gratis
Öffnungszeiten: 11:00 - 17:00 Uhr | Di, Mi, Do, Fr, Sa, So
