Susanne Keller. Hinterkammer des Auges

Susanne Keller, Musikbox, aus der Serie Guckkasten, 2007, Holz, Papier, Klebeband, Karton und Acrylfarbe, 46 × 32 × 35 cm, © Susanne Keller
Diese Ausstellung wird angeboten in
Deutsch
Zürcher Künstlerin Susanne Keller zeigt poetische Welten im Modellformat.
Als «Materialisierung eines poetischen Gedankennetzes» beschreibt die Zürcher Künstlerin Susanne Keller ihre Kunst. Die diesjährige Ausstellung im Thun-Panorama, Susanne Keller. Hinterkammer des Auges, macht diese Aussage anhand zart-verspielter Guckkasten-Objekten, sphärischer Fotografien und Gedichten für das breite Publikum greifbar.

Bevor die Menschen begannen, sich via Kleinbildschirm in der Endlosigkeit der virtuellen Welt zu verlieren, haben sie ihren Entdecker:innen-Durst mit physischen Bildern, Büchern oder Installationen gestillt. Diese Forschungsräume waren vielleicht begrenzter, das Suchen nach Geschichten und Details dafür umso bewusster. Die Ausstellung, die das Kunstmuseum Thun in der Saison 2026 im Glasanbau des Thun-Panorama zeigt, erinnert an die entschleunigende Kraft des stillen Beobachtens und des Entdeckens und Hinterfragens unerwarteter Perspektiven.
In Anbetracht der Nähe zum Panoramagemälde von Marquard Wocher, dem ältesten erhaltenen Rundbild der Welt und dem grössten Sammlungswerk des Kunstmuseum Thun, hat Susanne Keller für ihre Ausstellung im Thun-Panorama die Idee der Bühne, der Inszenierung aufgenommen. Aus ihrem umfangreichen Oeuvre wählte sie die Guckkasten-Serie (2007) aus. Diese lädt das Publikum durch Gucklöcher und Sehschlitze zu einer Entdeckungsreisen in Zirkus-, Oper- oder Jahrmarktwelten ein. Fast so wie Wochers Wimmelbild, das den Betrachtenden einen faszinierenden Einblick in das Thuner Stadttreiben um 1814 gewährt.

Als Ergänzung, oder auch als Kontrast dazu, zeigt die multidisziplinär arbeitende Künstlerin ihre Schwarz-Weiss-Fotoserie Körner Gaumen mundet (2005-2007). Dass die Bilder an heissen Sommertagen bei stahlblauem Himmel aufgenommen worden sind, lässt sich nur erahnen. Die Fotografien lassen sich wegen ihrer atmosphärischen Unschärfe und ihrer punktuellen Unter- und Überbelichtung mit nebulösen Erinnerungen an Vergangenes, Verdrängtes oder Vergessenes assoziieren. In ihren Texten und Gedichten, die an den raumhohen Glasfenstern zu lesen sein werden, nimmt Susanne Keller ausserdem künstlerische Leitmotive wie das menschliche Sehen und Wahrnehmen, den künstlerischen Arbeitsprozess oder die Kulissenhaftigkeit auf.

CHF 9.00 / 8.00
Kinder / Jugendliche bis 16 Jahre, Schulklassen und Lehrpersonen: gratis

Öffnungszeiten: 11:00 - 17:00 Uhr | Di, Mi, Do, Fr, Sa, So
Adresse
Hofstettenstrasse 14
CH-3602
Thun
+41 33 225 84 20
Daten
Dienstag - Sonntag: 11:00-17:00
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