Labor Europas

Straßburg, 1880-1930

23.09.2017 - 25.02.2018

Die groß angelegte interdisziplinäre Schau „Labor Europas, Straßburg 1880 – 1930“ ist ein Projekt der Museen der Stadt Straßburg in Zusammenarbeit mit der Universität Straßburg. Sie richtet den Fokus auf das Kulturleben in der elsässischen Metropole in den fünf Jahrzehnten von 1880 bis 1930. An der Schnittstelle der deutschen, französischen und europäischen Kultur entwickelte sich Straßburg in dieser Zeit zu einem überaus kreativen Labor für neue Ideen und künstlerische Ausdrucksformen.

Um die Jahrhundertwende nahm Straßburg einen besonderen Platz unter den großen Städten
Europas ein: 1880 war die elsässische Metropole bereits seit zehn Jahren Landeshauptstadt des Reichslandes Elsass-Lothringen, und das Deutsche Kaiserreich setzte alles daran, aus dem annektierten Gebiet ein Schaufenster für Kunst und Kultur zu machen. Zwar fiel Straßburg nach dem Ersten Weltkrieg wieder an Frankreich, doch die deutsche Periode prägte Stadtbild und Institutionen nachhaltig.

Mit mehreren Ausstellungen und zahlreichen Kulturveranstaltungen ist das interdisziplinäre Projekt „Labor Europas, Straßburg 1880-1930“ in der ganzen Stadt präsent. Der relativ lange Zeitraum wurde gewählt, um den Blick vom geschichtlichen Einzelereignis weg auf eine weiter gefasste Periode der kulturellen Produktion und des kulturellen Austauschs zu lenken – auf diese ganz wesentliche Periode, aus der sich die Besonderheit der Stadt erklärt.

Die Ausstellung im MAMCS richtet den Fokus auf die Blüte der gestaltenden Künste zu einer Zeit, in der ehrgeizige Stadtentwicklungsvorhaben das Gesicht Straßburgs veränderten und ab 1884 eine europäische Universität ersten Ranges entstand, an der bedeutende enzyklopädische Sammlungen angelegt wurden.
Beleuchtet werden auch die Anfänge der herausragenden Straßburger Museenlandschaft mit dem Wiederaufbau und der Neugründung von bemerkenswerten, europäisch ausgerichteten Sammlungen. Auch Straßburgs Berührungen mit der Moderne in den 1920er Jahren kommen zur Sprache: die modernistisch gestaltete Aubette, das Interesse mancher Sammler an Avantgardekunst und die wegweisenden geschichtswissenschaftlichen Neuerungen der Annales-Schule.

Weitere Ausstellungen erörtern andere Facetten des lebendigen Straßburger Kulturlebens. Um die Musikszene geht es in der Galerie Heitz im Rohan-Schloss, das Zoologische Museum und das Museum für bildende Kunst erzählen aus ihrer Entstehungszeit und von den außergewöhnlichen Museumsmachern, die ihre Sammlungen nachhaltig prägten.

Das Archäologische Museum, das Museum Œuvre Notre-Dame und das Elsässische Museum heben in ihren Dauerausstellungen Aspekte mit Bezug zum Thema besonders hervor, auch im Historischen Museum wird die besprochene Periode aufgegriffen und vertieft.

All diese Ausstellungen veranschaulichen anhand von Kunst, Wissenschaft und Geistesleben die komplexe Geschichte Straßburgs und die tiefe Verbundenheit der Stadt mit der europäischen Humanismus-Tradition.

Rembrandt, Vieillard avec un chapeau rouge, vers 1650. © Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin,Preuβischer Kulturbesitz, Photo: Christoph SchmidtL. et R. Blaschka, Pleurobrachia Rhododactyla, vers 1890, Musée Zoologique de StrasbourgVue d’une salle du musée des Beaux-Arts de Strasbourg vers 1900

Öffnungszeiten

DI-SO 10:00-18:00 Uhr

geschlossen: 1/01, Karfreitag, 1/05, 1/11, 11/11, 25/12

Adresse

1 place Hans-Jean Arp
67000  Strasbourg
Tel: +33 3 68 98 51 55
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