HANS THOMA

Wanderer zwischen den Welten

23.09.2017 - 04.03.2018

Vom 23. September 2017 bis 4. März 2018 zeigt das Museum LA8 in Baden-Baden die Ausstellung „HANS THOMA. Wanderer zwischen den Welten“. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Hans Thoma (1839–1924) sowie Aspekte, die über die bekannte Vorstellung vom Maler seiner Schwarzwälder Heimat hinaus weisen.
Selten ausgestellte Werkgruppen führen das thematische Spektrum und die Weltläufigkeit des berühmten Künstlers aus Bernau vor Augen. Befreundet mit Arnold Böcklin und Adolf von Hildebrand, findet Hans Thoma auf seinen Italienreisen zum besonderen Licht seiner Landschaftsmalerei und zu fantastischen Interpretationen antiker und christlicher Motive. In seinen Entwürfen für die handwerkliche Möbelherstellung der Schnitzereischule Bernau und die Keramikproduktion der Majolika in Karlsruhe erweist sich Thoma als Mittler zwischen dem englischen Arts and Crafts Movement und jener Moderne, die später zur Gründung des Bauhauses führte.
Die Ausstellung widmet sich Hans Thoma als genialischem Bilderfinder und als handwerklich präzisem Gestalter anspruchsvoller Alltagsgegenstände. Die weite Spanne seiner Produktivität bewältigt Thoma stets mit einer Art überscharfen in-den-Blick-Nehmens. Unter Thomas Blick erscheinen Menschen und Dinge so nah, dass sie dadurch fremd werden. Dabei fügt der Maler seinen Gegenständen keine mutwillige Verfremdung hinzu. Vielmehr erwächst die Infragestellung des scheinbar Bekannten wie von selbst aus der genauen, eindringlichen Betrachtungsweise Thomas. In der Ausstellung sieht der Besucher Hochtäler des Schwarzwalds und italienische Landschaften, allerdings anders. Thoma kombiniert Eindrücke der Bernauer Heimat mit solchen der Campagna und setzt in diese Szenerien alltägliche Spaziergänger ebenso wie mythologische Fabelwesen von bestechender Präsenz. Die Vergegenwärtigungen biblischer Figuren sind weit entfernt von erzählerischer Illustration und nahe bei ekstatischer Erscheinung.
Selten gezeigte Gemälde aus allen Schaffensperioden dieses langen, bis zum Schluss erfindungsreichen Künstlerlebens vermitteln einen Eindruck von Thomas Vielfalt und Intensität. Zwei Skizzenbücher gestatten, dem Künstler bei der Ideenfindung gewissermaßen über die Schulter zu schauen. Zum ersten Mal publizierte Blätter geben Eindrücke von Thomas erster Italienreise 1874 wieder. Thomas Entwürfe zu Möbeln und Keramiken sowie markante Beispiele der ausgeführten Stücke belegen seine Originalität als Gestalter und seine Rolle als Mitbegründer der Karlsruher Majolika. Als bereits etablierter Künstler eignete sich Thoma in den 1890er Jahren das für ihn neue Feld der Druckgrafik an und gelangte mit großer technischer und motivischer Experimentierfreude in seinen Radierungen, Lithografien, Algrafien und Tachografien bald zu souveräner Meisterschaft.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Augustinermuseum in Freiburg sowie dem Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau. Zusätzliche Leihgaben stammen aus renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen.

Liebespaar mit Amor und Tod, 1877,  Öl auf Papier, H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt a.M., Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe 			  Pfauentauben, um 1902, Majolika-Sopraporte, Hans-Thoma-Kunstmuseum, Bernau Foto: Dieter ConradsEinsamkeit, 1906, Öl auf Leinwand Sammlung Landesbank Baden Württemberg

Öffnungszeiten

DI-SO, Feiertage 11:00-18:00 Uhr
geschlossen: 24/12, 31/12

Adresse

Lichtentaler Allee 8
76530  Baden-Baden
Tel: +49 7221 50 07 960
Fax: +49 7221 50 07 96 010
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