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Franz Gertsch. Blau.

Franz Gertsch befindet sich seit 2019 in einer intensiven, ultramarin-blauen Phase. Im Museum Franz Gertsch erlebt ein weiteres Gemälde seine Weltpremiere: „Blauer Waldweg (Campiglia Marittima)“
Ausstellungen
Ab dem
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Franz Gertsch, der im März 2022 bereits 92 Jahre alt wird, malte seine letzten fünf grossformatigen Gemälde mit echtem Ultramarinblau-Pigment, das aus dem in Afghanistan abgebauten Lapislazuli-Halbedelstein gewonnen wird. Für „Gräser VIII“ verwendete er sogar die hochwertigste Form, das nach alter Rezeptur hergestellte Fra Angelico-Blau. Wir sehen hier ein Spätwerk vor uns, in dem die seit Jahrzehnten vertrauten Motive, Gräser, Pestwurz und Waldlandschaften, in einen Farbton getaucht werden, in Blau.
Der Künstler gönnt sich seit 2019 das völlige Eintauchen in eine intensive, ultramarin-blaue Phase. Dabei ist er jedoch immer noch stets daran, seine Arbeit zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Bei „Blauer Sommer“ betonte er das erste Mal seit Jahrzehnten die persönliche Handschrift des Malers, sein Farbauftrag mit einem weichen Pinsel wurde pastoser, der Strich sichtbar. Auch der Umgang mit den Diavorlagen, die Gertsch seit 1969 für seine Gemälde und Holzschnitte nutzt, verändert sich. Während für „Blauer Sommer“ die Fotografie der Sommerlandschaft, die auch für das Gemälde aus dem Vier Jahreszeiten-Zyklus Vorlage war, verwendet wurde, entstand „Gräser IX“ sehr frei nach dem eigenen Holzschnitt „Das grosse Gras“ von 2001 und „Blaue Pestwurz“ nach einem Dia des eigenen Holzschnitts „Pestwurz (Ausblick)“ von 2005.

Im Museum Franz Gertsch erlebt nun ein weiteres Gemälde seine Weltpremiere: „Blauer Waldweg (Campiglia Marittima)“ (2021) wird zusammen mit den anderen Werken aus der blauen Phase erstmals ausgestellt. Es handelt sich dabei um eine Wiederaufnahme des Motivs von „Waldweg (Campiglia Marittima)“ (2013/14) in Ultramarinblau. Bei genauer Betrachtung der fünf Gemälde aus der Nähe stellt man fest, dass jedes anders ausgearbeitet ist. Und man bemerkt, dass weitere Farben beteiligt sind: Zum Lapislazuli-Blau kommen neben Weiss- und Schwarzausmischungen noch weitere Blautöne hinzu, die Gertsch mit einem Stift aufgetragen und teilweise verwischt und vermalt hat. Der ultramarinblaue Ton hat Nebenstimmen bekommen.

Ergänzend runden weitere Gemälde und Holzschnitte die Präsentation zum späten Schaffen des Künstlers ab.
Blauer Waldweg
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47.057817, 7.624913