In diesem Winter organisiert das Musée d’Unterlinden eine Ausstellung über die erstaunlichste und fantasievollste aller Maschinen, die vor der Geburt des Films erfunden wurden: die Laterna magica.
Die Laterna magica erblickte 1659 im Labor des holländischen Astronomen Christiaan Huygens das Licht der Welt. Dabei handelt es sich um ein optisches Gerät, bei dem eine Lichtquelle zwischen einen Hohlspiegel und ein Linsensystem platziert wird. Mit Hilfe dieser Vorrichtung werden auf Glas gemalte Bilder auf eine Projektionsfläche projiziert. Durch Überblendung, Doppelbelichtung oder animierte Bildserien vermittelten die unbewegten oder bewegten Bilder, die mit einfallsreichen Mechanismen ausgestattet waren, die Illusion der Bewegung. Die begeisterten Zuschauer sahen, wie teuflische, religiöse, politische oder wissenschaftliche Bilder aus dem Kasten kamen, der aus Holz oder Eisen gefertigt war und unterschiedliche Formen annahm. Vor ihren Augen zappelten Gespenster und Skelette, drehten sich Mühlräder, sprudelte der Bach… Vor allem mit den sogenannten Phantasmagorien, die Ende des 18. Jahrhunderts aufkamen, wurden die Vorstellungen mit der Laterna magica zu Publikumsmagneten.
Die Lanterna war das erste optische Spielzeug, das für Projektionen im Familienkreis verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert war sie weit verbreitet; die Spielzeugfabrikanten in Deutschland und Paris stellten sie serienweise her, wobei sie manchmal extravagante Formen annahm. Die Faszination der Laterna magica hielt bis zum Zweiten Weltkrieg an.
Die Colmarer Ausstellung präsentiert größtenteils Spielzeuglaternen und veranschaulicht, wie die Laternbilder in die Haushalte gelangten. Rund hundert Apparate aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert und zahlreiche bemalte Glasplatten erzählen die Geschichte der Laterna magica. Kunstgegenstände, Bildtafeln und wertvolle Bücher dokumentieren den großen Einfluss, den sie in allen Bereichen ausübte.
Zwei zeitgenössische Künstler (Yves Siffer und Daniel Depoutot) bauen eine Laterna magica, die
Bilder in der Eingangshalle des Museums projiziert.
Für Kinder: eine Laterna magica aus Pappe.
Galante Show, verzaubernde Bilder, Magische Laternen mit Projektionen unter Verwendung von
alten Geräten, in Zusammenarbeit mit dem Atelier du Rhin.
Laterna-Magica-Aufführung im Museum mit Glasharmonikamusik, am 9. und 10. März 2009 um 18.30 Uhr
Öffnungszeiten :
Mai-Oktober: Mo-So 9-18 Uhr
November-April: Mi-Mo 9-12 Uhr, 14-17 Uhr
geschlossen am 1.01., 1.05., 1.11. und 25.12.
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