Verborgene Schätze aus Wien

Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast in der Kunsthalle Würth

17.09.2017 - 08.04.2018

Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und die 1692 als eine der ältesten Kunstschulen in Europa gegründete Wiener Akademie sind untrennbar miteinander verbunden. Waren es zunächst die jährlich prämierten Preisstücke und Aufnahmewerke der Akademiemitglieder, die den Grundstock der Sammlung formten, schlägt die eigentliche Geburtsstunde der Gemäldegalerie im Jahr 1822, als der Diplomat Graf Lamberg-Sprinzenstein seine bedeutende Gemäldesammlung der Akademie überlässt. Zu den Schwerpunkten seiner über 700 Werke umfassenden Stiftung gehören altniederländische Malerei, bürgerliche Malerei des holländischen 17. Jahrhunderts mit Gemälden von Rembrandt, Jacob van Ruisdael oder Pieter de Hooch, aber auch erstklassige Werke italienischer Malerei von Tiepolo oder Guardi. Auf Wunsch des Stifters wird die Gemäldegalerie zum ersten öffentlichen Kunstmuseum Wiens. Zugleich ist sie als exquisite Lehrsammlung fortan auch ein prägendes Element der Künstlerausbildung. Der Hauptteil der heute etwa 1200 Gemälde umfassenden Sammlung verdankt sich mäzenatischen Schenkungen. So stiftete Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein Meisterwerke u. a. von Cranach, da Fabriano und Botticelli oder Ferdinand Georg Waldmüller. Ein Werk von Tizian konnte 1907 angekauft werden, 1957 gelangte ein weiteres Konvolut qualitätvoller niederländischer Gemälde in den Bestand.

Ihr plastisches Äquivalent ist eine Sammlung von Gipsabgüssen bedeutender Skulpturen. Zunächst auf Antikenstudium und Antikenrezeption fokussiert, verdichtet sie sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem Museum, in dem Wiener Künstler und Bildungsbürger die Geschichte der Plastik studieren können.

Seit der Gründung der Akademie wurden Zeichnungen und Druckgraphiken, sowie ab 1850 Photographien gesammelt. Heute ist das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien ihr visuelles Gedächtnis und nach der Albertina die bedeutendste und umfangreichste graphische Sammlung Österreichs. Sie bewahrt etwa 40 000 Zeichnungen, 100 000 Druckgraphiken und 22 000 Photographien. Neben Vorlageblättern für den Unterricht und Werken der Akademieprofessoren wurde auch das Kupferstichkabinett im 19. Jahrhundert durch zahlreiche Schenkungen bereichert. Der Bestand von mehr als 400 spätgotischen Architekturzeichnungen mit dem Planungsbestand der Dombauhütte von St. Stephan zählt seit 2005 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Bekannt ist das Kupferstichkabinett auch für seinen reichen Bestand an Zeichnungen der Romantik. Bis heute werden Werke von Absolvent_innen und Akademieprofessor_innen angekauft.

Neben Objekten der Gipsabgusssammlung und einem spannenden Querschnitt durch die reiche Zeichnungssammlung von Dürer bis Hrdlicka werden auch Photographien aus den Pioniertagen des Mediums die Reise antreten.

In Schwäbisch Hall treffen die Wiener Meisterwerke auf fruchtbaren Boden. Denn die Sammlung Würth beherbergt unter ihren 1500 Werken österreichischer Kunst ebenfalls etliche, die von bedeutenden Absolventen oder Unterrichtenden der Akademie der bildenden Künste Wien stammen. In der Ausstellung können sie in Dialog mit den historischen Beständen der Wiener Sammlung treten.

Mit der Ausstellung "Verborgene Schätze aus Wien" schreibt die Kunsthalle Würth ihre Reihe bedeutender Gastausstellungen fort. Sie hatte mit "Moderne Zeiten. Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu Gast in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall" ihren Auftakt und konnte im vergangenen Jahr mit "Silberhirsch und Wunderprunk – Das Victoria & Albert Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth" fortgesetzt werden.

Pieter Boel, Stillleben mit Globus, Prunkgarnitur, und Kakadu, um 1658, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Öffnungszeiten

MO-SO 10:00-18:00 Uhr
24./31.12. geschlossen
25., 26.12./1.JAN: 12:00-17:00 Uhr

Adresse

Lange Straße 35
74523   Schwäbisch Hall
Tel: +49 791 94 67 20
Fax: +49 791 94 67 250
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