Bruno Feger. Augenblick, verweile doch

30.09.2017 - 26.11.2017

Monumentale Blumen, Blüten und Früchte aus Stahl und Kunstharz gehören seit gut 20 Jahren zu den unverwechselbaren Markenzeichen von Bruno Feger, geboren 1962. In wochenlanger Arbeit montiert und verschweißt der Künstler hunderte fast mosaikhaft kleine, rechteckig geteilte Stahlplättchen, die er zuvor aus einer industriell gefertigten Stahlplatte geschnitten hat, zu großformatigen, farbig gefassten Skulpturen: zu Hagebutten, Lilien und Kirschen, zu Gräsern und Tulpen. Die Formen der einzelnen Pflanzen erfasst Bruno Feger nicht im Detail, sondern im Gesamt. Er abstrahiert und reduziert sie auf Grundformen und -linien ihres Erscheinens in der Natur, lässt den jeweiligen Urtypus aber erkennen. Im natürlichen Zyklus des Blühens und Verwelkens hält er sie in der Üppigkeit ihres Wachstums fest: in sattem Grün die Gräser, in prall leuchtendem Rot die Hagebutten, Kirschen und Tulpen. Dabei setzt der Bildhauer nicht auf die körperliche Masse, sondern auf die Haut, die Oberfläche der Objekte, die trotzt ihrer monumentalen Größe leicht wirken. In ihrer ganz eigenen Formensprache visualisieren Bruno Fegers Pflanzen-Objekte Vitalität, Wachstum und Kraft. Die Ausstellung in der Galerie im Prediger gibt einen Einblick in Bruno Fegers Schaffen – von seinen frühen floralen Holzwerken bis neuen Stahlarbeiten.
Bruno Fegers pflanzliche Gebilde aus Stahl entfalten im Diskurs zwischen Kunst und Natur einen spannungsvollen Dialog. In ihrer stählernen Materialität, nicht welkend und faulend, verkörpern sie einerseits Beständigkeit und Unvergänglichkeit. Andererseits haben sie vieles gemein mit klassischen Vanitas-Kunstwerken, den Stillleben mit Früchten und Blumen des Barock zum Beispiel, die ihre größte Schönheit just in jenem Moment entfalten, in dem das Welken und Faulen bereits begonnen hat. Damit verweisen sie auf die Zeitgebundenheit alles Seins und darauf, dass Werden nicht denkbar ist ohne Vergehen – dass nur die Vergänglichkeit unvergänglich ist.
Die Arbeiten beruhen auf einer intensiven Beschäftigung und einer tiefen emotionalen Berührtheit des Künstlers mit der Natur, mit Pflanzen und Blumen. Es geht ihm um das Verstehen der „von Hingang lebenden Dinge“ (Rainer Maria Rilke), und darum, der unausweichlichen Vergänglichkeit alles Natürlichen eine künstlerische Form zu geben. Dabei dient Bruno Feger die Natur in mehrfacher Weise: zum einen als Ort und Motiv der künstlerischen Inspiration; zum anderen als Vorbild für seine Arbeitsweise; im weiteren als Ort der künstlerischen Präsentation.
Bruno Feger gehört zu den bemerkenswerten Bildhauern der Gegenwart. Geboren 1962 in Haslach im Schwarzwald, studierte er von 1982 bis 1987 Architektur an der Hochschule der Künste Berlin und kam dann zur Kunst. Zu seinen Auszeichnungen gehören der Kunstpreis der Stadt Hanau (1998) und der Preis der Stadt Mörfelden-Walldorf (2002). Seit 1989 sind seine Objekte in zahlreichen Ausstellungen zu sehen – vor allem im öffentlichen Raum, wo sie immer wieder große Aufmerksamkeit und Anerkennung finden. Daneben hat er zahlreiche Kunst-am-Bau-Aufträge verwirklicht. Bruno Feger lebt und arbeitet heute in der Nähe von Freiburg im Breisgau.
Eröffnung: Freitag, 29. September 2017, 19 Uhr

Bruno Feger, Paradiesbaum 16-8-17, 2017, Stahl, farbig gefasst, 350 x 165 x 160 cm

Öffnungszeiten

DI, MI, FR 14:00-17:00 Uhr
DO 14:00-19:00 Uhr
SA, SO und Feiertage 11:00-17:00 Uhr
geschlossen: MO, 24/12, 31/12, 01/01, Fasching und Karfreitag

Adresse

Johannisplatz 3
73525  Schwäbisch Gmünd
Tel: +49 7171 60 34 130
Fax: +49 7171 60 34 129
MuseumsshopParkmöglichkeitRollstuhlgängigTelefonZug
Veranstaltung
Endress+Hauser Logo
Helvetia Logo