Stadtmuseum Rastatt

300 Jahre Stadtgeschichte erleben

Die wechselhafte Stadtgeschichte Rastatts mit ihren herausragenden historischen Ereignissen wird seit Mai 2004 in neuer Gestaltung präsentiert. Rückblickend auf über 300 Jahre Stadtgeschichte spannt sich der zeitliche Bogen der Präsentation bis zur Nachkriegszeit.

   

Beginnend mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689, der den Marktflecken vollkommen zerstörte, bildet der Wiederaufbau der Stadt als neue Residenz und Modellstadt des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden den Ausgangspunkt des stadtgeschichtlichen Rundgangs. Eine Audiovision zeigt hier die drei wesentlichen Abschnitte der Stadtplanung: die barocke Planstadt und Residenz Rastatt, der Bau der Bundesfestung und die Entfestigung der Stadt im ausgehenden 19. Jahrhundert.

 

Rastatt ist von 1705 bis 1771 Residenz der Markgrafschaft Baden-Baden. Ihren Stadtgründern Markgraf Ludwig Wilhelm und Markgräfin Sibylla Augusta widmet die Ausstellung knappe biografische Darstellungen. Eine Medaillensammlung zu den Feldherrensiegen Ludwig Wilhelms und die Grafiken zum Rastatter Frieden veranschaulichen die Bedeutung des baden-badischen Markgrafen und die der neuen Residenz.

 

Das letzte Jahrzehnt der katholischen Markgrafschaft kennzeichnen zahlreiche Initiativen, die die Glaubensfreiheit der Untertanen sichern sollten: die Gründung eines Frauenklosters - in der Ausstellung im Modell dargestellt - , für die katholischen Mädchenbildung, die Fertigstellung der katholischen Stadtpfarrei St. Alexander, die reichen Schenkungen des Fürstenhauses an die neue Stadtpfarrei und die Seligsprechung Markgraf Bernhards. Als die baden-badener Linie 1771 ausstirbt, fällt die Markgrafschaft an das protestantische Baden-Durlach. Rastatt verliert die Residenzprivilegien.

 

Die neue Landesregierung unter Markgraf Karl Friedrich ergriff verschiedene Initiativen zur Förderung der Rastatter Wirtschaft. Hierzu zählen die Ausrichtung des Rastatter Kongresses im ehemaligen Residenzschloß ebenso wie die Gründung einer Wagenfabrik. Das Hofgericht und später die Mittelrheinkreisregierung werden in Rastatt ansässig. Die Stadt entwickelt sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem wohlhabenden Behördenzentrum. Bürgerportraits und Alltagsgegenstände geben Zeugnisse dieser neuen Bürgerkultur.

 

Ein Einschnitt in die Stadtentwicklung bedeutet der Baubeginn der Bundesfestung 1842. Die Stadtvedute und auch das Leben in der Stadt verändern sich grundlegend. Die Behörden ziehen weg, die wirtschaftliche Entwicklung ist fortan sehr eingeschränkt und stark vom Militär abhängig. Die Bundesfestung selbst befand sich tatsächlich nur ein einziges Mal im Belagerungszustand. 1849 diente sie dem Revolutionsheer als letzte Rückzugsmöglichkeit.

 

Rastatt wurde im Jahr 1849 zentraler Schauplatz des revolutionären Geschehens, das sich von Anfang Mai bis Juli in Baden und der Pfalz ereignete. Vom 1. bis 23. Juli waren über 5.500 Mann der Revolutionsarmee in der Festung eingeschlossen, die schließlich vor den preußischen Belagerern kapitulierten. Die Bundesfestung Rastatt wurde zum besonderen Symbol der badischen Revolution. Für die Preußen war es die Stätte des Triumphs, für die badischen Demokraten der Ort der Niederschlagung.

 

Ein entscheidender Einschnitt für Stadtentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung Rastatts bedeutete die Entfestigung Rastatts. 1890 fallen die Festungswälle und Rastatt wird wieder eine offene Stadt. Neue Industrieansiedlungen kommen nach Rastatt und bringen der Stadt Wohlstand. Auch der Neubau der Rastatter Synagoge fällt in diese Zeit.

 

Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise stoppen diesen Aufschwung jäh. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Armut prägen das Leben der Grenzstadt in den kommenden Jahrzehnten. Die Zeit des Dritten Reiches ist in einer Audiovision dargestellt, die aus dem umfangreichen Bildernachlaß eines Rastatter Fotografen zusammengestellt wurde. Zahlreiche Objekte und Dokumente der Kriegs- und Nachkriegszeit erzählen aus der Perspektive der Bevölkerung.

 

Ein Ausblick bis in unsere heutigen Tage vermitteln einzelne herausgegriffene Themen wie der wirtschaftliche Aufschwung seit den 1950er Jahren aber auch die Darstellung des Naturschutzgebietes Rastatter Rheinau. Ein großes Stadtmodell veranschaulicht die Stadtentwicklung bis in jüngste Zeit.

 

Fotos: Stadtmuseum Rastatt; Matthias Hoffmann

Innenhof des Stadtmuseums Rastatt
Ausstellungsansicht
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