Tradition trifft Moderne.

Das alte japanische Handwerk Katagami im zeitgenössischen europäischen Design

15.04.2018 - 08.07.2018

Katagami sind Färbeschablonen aus hochwertigem Papier, in das Ornamente von Hand geschnitten oder gestanzt werden. Die Vielfalt an Beispielen aus der Flora und Fauna, aber auch an geometrischen Formen und deren Kombinationen ist atemberaubend.
Die Katagami dien(t)en zur Bemusterung von Stoffen im Reserve- oder Druckverfahren. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahmen große Museen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland zehntausende Katagami als Sammlungen in ihre Häuser auf. Nach einem langen Dornröschenschlaf ist seit einigen Jahren das Interesse an diesen Färbeschablonen wiedererwacht, wie zahlreiche Präsentationen belegen. Heute begeistern sich – wie im Jugendstil – Designer und Künstler für die Ornamente der Schablonen und entdecken aufs Neue ihr Raffinement oder nehmen in ihren Entwürfen die spezielle japanische Kunstauffassung auf.
Die vom Kreismuseum in Zons konzipierte und 2016 dort gezeigte Ausstellung präsentiert neben vielen Katagami aus eigener Sammlung deren aufregend verwirrende grafische Umsetzungen: In aktuellen Entwürfen finden sich faszinierende Anlehnungen an die Ornamentwelt dieser Schablonen. Einen weiteren Aspekt zeigen Arbeiten von Künstlern und Hochschuldozenten: So ließ Prof. Hansjürg Buchmeier von der Hochschule Luzern (Fachbereich Technik und Architektur) Katagamimuster per Lasertechnik auf große Platten aus Acryl oder Holz umsetzen, die ein Spiel zwischen Licht und Schatten zulassen. Prof. Angelika Rösner von der Hochschule Niederrhein (Fachbereich Textildesign) setzt sich ebf. mit Lasertechniken auseinander und schuf eigens für die Ausstellung große, textil anmutende Vorhänge, die eine besondere Beziehung zu Japan herstellen. Erstmals präsentierte Tapetenentwürfe aus der Museumssammlung Prof. Helmut Hahn sowie aus der Sammlung Anneliese Borgs von 1954 laden dazu ein, die Modernität der 50er Jahre zu entdecken.

Katagami mit Iris-Motiv, Japan, 19. JahrhundertZeitgenössische Umsetzung des Katagami Iris durch Bärbel Maxisch, Büro 211

Öffnungszeiten

MI, SA, SO 13:00-18:00 Uhr

Gruppenbesichtigungen nach Voranmeldung auch außerhalb dieser Zeiten möglich

Adresse

Brahmsstraße 8
69118  Heidelberg-Ziegelhausen
Tel: +49 6221 80 03 17
Fax: +49 6221 58 46 99 050
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