Raumfahrt

Wieder hungrig?

18.06.2017 - 24.09.2017

Raumfahrt lautet der Titel einer neuen Ausstellungsreihe im Museum Langmatt, einem Nachfolgeprojekt von Kunst im Kombi. Der Begriff ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn das Publikum ist eingeladen, Kellerräume und schlummernde Nebengebäude der Langmatt zu erkunden, in welchen junge, zeitgenössische Kunst gezeigt wird. 2017 macht der grosse Keller unter der Gemäldegalerie den Anfang. In den Dimensionen einer kleinen Kunsthalle eignet er sich hervorragend für die Erprobung neuer künstlerischer Sprechweisen. In den folgenden Jahren bieten sich andere, reizvolle Räume für spannende Erkundungen an: Tankraum, Gärtnerhaus, Treibbeet, Badehaus. Das Raumfahrtprogramm der Langmatt fokussiert künstlerische Medien, die in den eleganten Wohnräumen der Villa nicht oder nur mit grossem Aufwand gezeigt werden können: Installationen, Videokunst, interaktive und gattungsübergreifende Formulierungen. Raumfahrt steht aber auch für eine neue, visionäre Langmatt, die sich spielerisch und erfindungsreich selbst erneuert, ohne dabei ihre historischen Wurzeln zu verlieren, im Gegenteil: Es entstehen ungewöhnliche Blickwinkel auf das historische Ensemble Langmatt und sein grosses atmosphärisches Potential. So einzigartig die Langmatt als facettenreiche Gesamtheit, so einzigartig ist Raumfahrt als jährlich sich wandelndes Ausstellungsgefäss in der Schweizer Kunstlandschaft.

Wieder hungrig? – Thema der diesjährigen Raumfahrt – stellt die Vermutung zur Diskussion, die konzeptuelle Kunst habe nach Jahren komplizierter Windungen und Wendungen an sinnlicher Präsenz, Präzision und Fokussierungskraft gewonnen. Anstelle von Komplexität um ihrer selbst willen berührt die visuelle Bescheidenheit der Arbeiten, die überraschende Fenster zu einer fragmentierten, gesellschaftlich zertrümmerten Gegenwart aufstossen. Zentrale Bereiche zeitgenössischer Kunst treten in bemerkenswerter Kargheit und Dürre auf. Reduziert auf ein Minimum an physischer Gestalt entfalten die Arbeiten paradoxerweise eine facettenreiche Leichtigkeit, ein oszillierendes Spiel zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Anspielungsreich mäandern sie in mehrdeutigen Geweben. So minimal ihre materielle Erscheinung, so stark ihr narrativer Sog. Auf gesunde Weise wirken diese Werke hungrig. Nicht fett und faul, übersättigt und gelangweilt, sondern wach und seismografisch sensibel sondieren sie die Grenzen zwischen Materie und Idee, Wahrheit und Erfindung.

Angefragt sind: Olivia Maria Abächerli (* 1992 in Stans), Jonas Burkhalter (* 1983 in Zug), Bettina Diehl (* 1975 in München) und Chris Hunter (* 1983 in Chur).

Raumfahrt, grosser Keller, Museum Langmatt

Öffnungszeiten

Museum
1. MÄRZ BIS 10. DEZEMBER 2017
DI-FR 14:00-17:00 Uhr
SA-SO 11:00-17:00 Uhr

Park und Veranda-Café
1. MÄRZ BIS 10. DEZEMBER 2017
DI-FR 12:00-17:00 Uhr
SA-SO 10:00-17:00 Uhr

Adresse

Römerstrasse 30
5401  Baden
Tel: +41 56 200 86 70
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Veranstaltung
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